Resin Gussformen für Silikon: Wie wir die Aushärtungsprobleme gelöst haben

Für ein Gussprojekt haben wir eine hochpräzise Gussform mit unserem SLA-3D-Drucker hergestellt – gedruckt mit eSun PLA Pro Clear Resin. Als Abformmaterial kam das TFC BL200 Silikon zum Einsatz. Die hohe Detailtreue der Gussform war beeindruckend – doch es gab ein unerwartetes Problem: Das Silikon härtete an den Kontaktflächen zur Gussform nicht aus.

Problem: Resin verhindert Silikon-Aushärtung

Bei den ersten Versuchen zeigte sich: Die Oberfläche der Gussform hemmte die Aushärtung des Silikons. Dort, wo das Silikon direkt mit dem Resin in Berührung kam, blieb es klebrig oder vollständig flüssig – auch nach Stunden.

Ursache dafür sind inhibierende Stoffe im Resin, die vermutlich während des UV-Härtens nicht vollständig ausdampfen oder abbauen – ein bekanntes, aber oft übersehenes Problem beim Einsatz von Resinformen in Verbindung mit Silikon.

Lösung: UV-Härtung + Wärmebehandlung gegen Vergilbung & Hemmstoffe

Durch Recherche stießen wir auf einen Trick, der eigentlich dazu gedacht war, das Vergilben von transparentem Resin zu verhindern – doch genau dieser Effekt löste unser Silikonproblem.

Das Verfahren:

  1. UV-Härtung wie gewohnt mit Tageslichtlampe oder UV-Kammer
  2. Danach: Form für ca. 2 Stunden bei 80 °C in den Ofen legen
  3. Der gelbliche Farbstich verschwindet – das Resin wird wieder klar und durchsichtig
  4. Dabei werden offenbar inhibierende Stoffe ausgedampft

Wir haben diesen Vorgang drei Mal wiederholt, bis das Resin beim erneuten Belichten nicht mehr vergilbte – ein klares Zeichen dafür, dass der Großteil der reaktiven Rückstände entfernt war.

Ergebnis: Gussform + Silikon = perfekt

Nach dieser Nachbehandlung härtete das Silikon vollständig und zuverlässig aus. Zudem war die Oberfläche der Gussform glasklar – ein schöner Nebeneffekt, der das Handling erleichtert und die Kontrolle während des Gießens verbessert

Hinweis zur Sicherheit

Wichtig:
Bitte verwende nicht den Küchenbackofen zur Erhitzung von Resin-Teilen – es können Dämpfe entstehen, die gesundheitsschädlich sind.
Verwende stattdessen einen separaten Labor- oder Werkstattofen mit guter Belüftung.

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