3D-Druck optimiert Industrieprozesse

Werkstückträger für schnellere Laserbeschriftung

3D-Druck ist in der Industrie mehr als nur Prototyping. Richtig eingesetzt verbessert er Abläufe, verkürzt Durchlaufzeiten und erhöht die Prozesssicherheit. Genau das zeigt dieses Projekt: 3D gedruckte Werkstückträger richten Werkstücke für die Laserbeschriftung schnell und wiederholgenau aus. Das reduziert Rüstzeit, senkt Ausschuss und spart Kosten.

Erstellung des Werkstückträgers im CAD

Der Ablauf startet mit einer Grundform, die im CAD einmal sauber aufgebaut wird. Diese Grundform bleibt im Optimalfall immer gleich und dient als Basis für alle späteren Varianten. Sie passt zur Laseranlage und zur definierten Referenz, zum Beispiel zu Anschlagstiften und einer festen Auflagefläche.

Wenn ein neues Werkstück beschriftet werden soll, definieren wir zuerst Anschlag und Auflage. Danach konstruieren wir eine passgenaue Aufnahmeform, in die das Werkstück eindeutig und verdrehsicher eingelegt wird. Oft liegt bereits eine Konstruktionszeichnung des Werkstücks vor. Dann übernehmen wir die Kontur direkt daraus und zeichnen die Aufnahme in die Grundform hinein.

Je nach Geometrie und Platzbedarf bringen wir mehrere Aufnahmen auf demselben Werkstückträger unter. So lassen sich mehrere Werkstücke in einem Durchlauf beschriften. Sobald das Layout steht, drucken wir den Werkstückträger. Idealerweise fertigen wir zwei identische Werkstückträger. Während die Laseranlage beschriftet, rüstet man den zweiten Werkstückträger bereits mit den nächsten Werkstücken. Nach dem Zyklus tauscht man den kompletten Träger als Einheit. Das verkürzt die Durchlaufzeit deutlich und macht den Prozess planbar.

Warum Werkstückträger nicht mehr fräsen

Früher wurden Werkstückhalter aus Aluminium gefräst. Das ist teuer, braucht Zeit und ist nicht für jede Werkstückform sinnvoll umsetzbar. Oft versuchte man, eine einzige Aluminiumlösung für mehrere unterschiedliche Werkstückformen zu bauen. Damit verliert man schnell Präzision, weil die Aufnahmen Kompromisse erzwingen.

Teilweise arbeitete man auch ganz ohne Werkstückträger. Dann richtet man jedes Werkstück von Hand im Laser aus. Genau dort entstehen die Probleme: Werkstücke sitzen nicht sauber, kippen, werden schief gelasert und landen als Ausschuss. Gleichzeitig steigen Stückzeit und Durchlaufzeit stark an, weil der Prozess von Erfahrung, Konzentration und Wiederholgenauigkeit der Bedienung abhängt.

Zeitvergleich aus der Praxis

Ein entscheidender Punkt ist die Geschwindigkeit bei neuen Werkstücken:
– Mit 3D Druck: 2 bis 6 Stunden
– Aus Aluminium gefräst: 1 bis 10 Tage

Fazit: Vorteile auf einen Blick

3D gedruckte Werkstückträger machen die Laserbeschriftung schneller, sicherer und reproduzierbarer. Sie ermöglichen passgenaue Aufnahmen auch bei komplexen Geometrien, reduzieren manuelle Ausrichtung auf ein Minimum und senken Ausschuss durch definierten Sitz und klare Referenzen. Zwei identische Werkstückträger bringen zusätzlich einen echten Taktzeitvorteil, weil das Rüsten parallel zum Beschriften läuft.

Wer im Industriebereich Werkstücke laserbeschriftet und regelmässig neue Geometrien bekommt, sollte diesen Workflow einsetzen. Die Umrüstung geht schneller, der Prozess läuft stabiler und die Kosten sinken messbar, vom ersten Teil bis zur Serie.

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